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Freitag, 06. Februar 2009

Claims Conference erhöht Fördermittel für Sozialprojekte zugunsten von NS-Opfern

168 Millionen US $ im Jahr 2009 für Sozialdienste in 43 Ländern vergeben.

„In wirtschaftlich schwierigen Zeiten erhöht die Claims Conference das Fördervolumen für Sozialdienste zugunsten von betagten jüdischen NS-Opfern“, teilte der Vorstandsvorsitzende der Claims Conference Julius Berman mit. So werden im Jahr 2009 rund 168 Millionen US $ (127 Millionen Euro) eingesetzt. Im Vergleich dazu belief sich das Fördervolumen im Jahr 2008 auf 150 Millionen US $ (113,8 Millionen Euro).

„In Zeiten, in denen die jüdische Philantropie in einer ernsthaften Krise steckt, stellt die Anhebung des Förderetats der Claims Conference für soziale Dienstleistungen einen noch bedeutenderen Beitrag für das Wohlergehen betagter NS-Opfer dar“, erklärte Julius Berman. „Die Fördermittel der Claims Conference sind für die wachsenden Bedürfnisse der immer älter werdenden NS-Opfer bestimmt und tragen dazu bei, den Lebensabend der betagten Opfer würdiger zu gestalten.“

Fördermittel für soziale Dienstleistungen gehen in 43 Länder; sie werden eingesetzt für die häusliche Betreuung von bedürftigen NS-Opfern, für medizinische Dienstleistungen, Lebensmittelprogramme, Transfers, Finanznothilfen, Winterhilfe und Sozialisierungsprogramme. Seit 1995 ist die Claims Conference die weltweit führende Organisation für Programme der Sozial- und Gesundheitsfürsorge von jüdischen NS-Opfern; sie versucht dem von ihr ermittelten Bedarf der NS-Opfer mit Sozial- und Gesundheitsprogrammen zu begegnen.

Mehr als 12 Millionen Euro gehen in diesem Jahr an Sozialprojekte für NS-Opfer in Westeuropa und in den EU-Beitrittsländern, wobei Teilbeträge noch von den zuständigen US-Gerichten genehmigt werden müssen.

Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland erhält rund 114.000 Euro für Maßnahmen der Notfallhilfe und 455.000 Euro für Maßnahmen der häuslichen Betreuung. Häusliche Betreuung beinhaltet auch Hilfe bei Verrichtungen des täglichen Lebens wie Baden, Anziehen, Wäschewaschen, Haushaltsarbeiten und Einkaufen. Diese Dienstleistungen ermöglichen es NS-Opfern, in der eigenen Wohnung unter würdigen Bedingungen zu leben. Mit weiteren Beträgen werden die „Treffpunkte für NS-Opfer“ in Frankfurt und Hannover bezuschusst.
 
Das Gros des gesamten Fördervolumens wird von der Claims Conference Nachfolgeorganisation aufgebracht, die für die Rückerstattung von nicht beanspruchtem jüdischen Vermögen in der ehemaligen DDR zuständig ist. Weitere Mittel für soziale Zwecke resultieren aus Verhandlungen der Claims Conference mit der Deutschen Regierung sowie nach Maßgabe der US-Bezirksgerichtsbarkeit aus dem Schweizer Bankenvergleich (Looted Assets Class) und dem Abkommen „Hungarian Gold Train“; ferner Mittel, die die Claims Conference mit der Österreichischen Regierung verhandelt hat sowie aus dem Abkommen über Versicherungsansprüche (ICHEIC). Der Beitrag der Claims Conference Nachfolgeorganisation wurde auch deshalb erhöht, weil die Fördermittel der ICHEIC auslaufen, da die Organisation ihre Aktivitäten eingestellt hat.

Detailinformationen über alle geförderten Programme und Projekte sind erhältlich unter http://forms.claimscon.org/allocations_lists/successor1.php. Programme, die die Claims Conference 2009 fördert, umfassen u.a.:

  • Häusliche Pflege von NS-Opfern in aller Welt. Allein in Israel, wo sie mehr als 15.000 NS-Opfer erreicht, ist die Claims Conference der Hauptförderer im Bereich der häuslichen Pflege.
  • Die Unterhaltung von Einrichtungen für NS-Opfer wie Pflegeheime, Krankenstationen und Tageszentren in Israel, in denen NS-Opfer unter modernen und würdigen Bedingungen und nach dem jüngsten Kenntnisstand versorgt werden. Die Claims Conference fördert auch Maßnahmen der Tagesbetreuung von bedürftigen NS-Opfern.
  • Lebenswichtige Sozialdienste für bedürftige NS-Opfer in der ehemaligen Sowjetunion. Die Claims Conference fördert hier Programme der Hungerhilfe; so u.a. die Ausgabe von jährlich beinahe 1 Million Essen auf Rädern und von warmen Mahlzeiten in Gemeindeeinrichtungen; mehr als 4 Millionen Stunden an häuslicher Pflege, die Hilfe beim Waschen, Anziehen, Kochen und im Haushalt beinhalten; ferner Winterhilfe in Form von Kohle-, Holz- oder Gaslieferungen, Dichtungsmaterial, warmer Kleidung und Zuschüssen für Stromkosten sowie andere grundlegende Dienstleistungen.