Boris Rabiner – Vereinigte Staaten
Boris Rabiner wurde 1925 in der Nähe von Vinnitsa in der Ukraine geboren. Als die Deutschen in die Region vorrückten, floh er zu Fuß und mit dem Pferdewagen bis nach Kirgisien.
Im Alter von 18 Jahren trat Boris Rabiner in Sowjetarmee ein. Er kämpfte zwei Jahre lang an der Front und verlor ein Bein im Kampf.
Von 1949 bis 1992 arbeitete er als Oberstufenlehrer und Dozent für Geschichte in Vinnitsa. 1992 emigrierte er in die Vereinigten Staaten.
Herr Rabiner erhielt 1994 die Einmalzahlung aus dem Hardship Fund. „Geld wollte ich nie“, sagt Herr Rabiner. „Geld kann nicht wieder gut machen, was man uns angetan hat. Aber es ist nur fair und gerecht, dass ich dank der Anstrengungen der Claims Conference eine Unterstützung erhalten konnte, als ich sie am dringendsten brauchte.“
Serah Schwartz – Australien
Serah wurde 1924 in Rumänien geboren. 1944 trieben die Deutschen ihre Familie zusammen und brachten sie nach Salu Mare, wo die Juden ghettoisiert wurden. Bald darauf wurde ihre Familie nach Auschwitz deportiert, sie selbst kam nach Theresienstadt, wo sie 1945 befreit wurde.
Serah emigrierte 1950 nach Australien. Ihr Mann ist unlängst verstorben.
Seit 1995 nimmt Serah an Sozialprogrammen, Treffen und Lesungen des JewishCare in Sydney teil. Weiterhin erhält sie Leistungen an häuslicher Betreuung durch den JewishCare, der von der Claims Conference gefördert wird. Serah bekommt eine laufende Beihilfe aus dem Artikel 2-Fonds der Claims Conference und erhielt auch die Entschädigungszahlung für Sklaven- und Zwangsarbeit durch die Claims Conference.
Pinchus Nachutin – Ukraine
Pinchus wurde 1926 in der Ukraine geboren. Von der vorrückenden Wehrmacht wurde Pinchus’ Familie in ein benachbartes Dorf transportiert. Sie wohnten in einem Stall, bekamen Kleinstrationen an Lebensmitteln und mussten 20 Stunden am Tag im Straßenbau arbeiten. Seine Familie wurde später in das Ghetto Novoukrainsky verschleppt. 1942 wurden 100 Juden des Ghettos, einschließlich Pinchus Eltern, auf einem Mienengelände erschossen.
Noch im selben Jahr wurden die übrigen Juden des Ghettos Novoukrainsky erschossen. Pinchus gelang es zu überleben, indem er sich tot stellte, davon kroch und entkam. Er lebte bis zur Befreiung im Jahr 1944 im Versteck.
Pinchus ist Witwer und lebt alleine von einer kleinen Pension. Seit dem Jahr 2000 erhält er eine Beihilfe aus dem Mittel- und Osteuropafonds der Claims Conference.
Micheline Papiernik – Argentinien
Micheline wurde 1925 in Paris geboren. Den Krieg überlebte sie im Versteck, während ihre Familie in Auschwitz ermordet wurde. Micheline traf ihren Mann Charles, einen Auschwitz-Überlebenden, nach der Befreiung 1945. Sie heirateten und ließen sich später in Buenos Aires nieder.
Seit 2004 erhält Micheline Zahlungen aus dem Artikel 2-Fonds. „Ohne die Artikel 2-Rente wäre es sehr schwer, mich über Wasser zu halten und die teuren Medikamente und Anwendungen für meinen Mann zu bezahlen, der schwer krank ist“, sagt Micheline. Auf der Grundlage der Verhandlungen, die die Claims Conference 1952 mit Deutschland geführt hat, bezieht Charles eine BEG-Rente.
Micheline und ihr Mann erhalten Maßnahmen der häuslichen Betreuung durch eine von der Claims Conference geförderte Sozialagentur.
Shifra Proshenovski – Israel
Shifra Proshenovski, 80, zeigt die Nummer, welche ihr während des Holocaust auftätowiert wurde. Sie ist eine Überlebende des Warschauer Ghettos, des Ghettos Starachowice, des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau und des Todesmarsches. Auf ihrem Leidensweg wurde sie auf dem linken Auge geblendet.
Heute kämpft sie mit schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen, insbesondere Herzrhythmus- und Gleichgewichtsstörungen. Die Foundation for the Benefit of Holocaust Victims in Israel, die im Wesentlichen von der Claims Conference gefördert wird, stellt Shifra wöchentlich grundlegende Maßnahmen an häuslicher Betreuung zur Verfügung.
Dr. Imre Lebovits – Ungarn
Bei der Besetzung Ungarns war Imre 15 Jahre alt. Vater und Bruder wurden in ein Arbeitslager verschleppt und kehrten nie zurück. Er und seine Mutter kamen in das Ghetto Tiszafüred, wo er Zwangsarbeit leisten musste. Seine Mutter wurde in Auschwitz ermordet. Er überlebte den Todesmarsch durch die Alpen nach Mauthausen und wurde dort 1945 befreit.
Imre ist Direktor im Ruhestand der Zentralbibliothek der Technischen Universität. Er lebt mit seiner Familie in Budapest und setzt sich für die moralische und finanzielle Anerkennung von ungarischen Bürgern ein, die Juden während der Schoah gerettet haben.
Er erhält Zahlungen aus dem Mittel- und Osteuropafonds der Claims Conference und hat von Claims Conference auch die Entschädigung für ehemalige Sklaven- und Zwangsarbeiter bekommen.
Kurt Seideman – Schweden
Kurt Seidemann kam als Jugendlicher nach dem Holocaust von Deutschland nach Schweden. Er ist Diabetiker, nahezu blind und kann seine Wohnung kaum noch verlassen. Er ist unlängst verwitwet und hat keinerlei familiäre Unterstützung. Mit der Zuwendung der Claims Conference kann die jüdische Gemeinde Stockholm ihm eine Pflegekraft zur Verfügung stellen, die ihn einmal wöchentlich zuhause besucht, die Mahlzeiten zubereitet und ihn zu Terminen begleitet.
Sara Politzer – Vereinigte Staaten
Sara wurde 1926 in Budapest geboren. 17-jährig wurde sie im Juli 1944 mit ihrer Familie nach Auschwitz deportiert. Dort blieb sie sechs Wochen, bevor sie in einer Fabrik Zwangsarbeit leisten musste. Anschließend kam sie nach Bergen-Belsen, wo sie am 15. April 1945 befreit wurde. Krank und entkräftet wurde sie vom Roten Kreuz nach Schweden ausgeflogen und kehrte im August 1946 nach Budapest zurück. 1956 kam sie mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn nach New York.
Durch den von der Claims Conference geförderten Selfhelp Community Service erhält Sara materielle Nothilfe und Unterstützung im Haushalt. Saras Sozialarbeiter berät sie bei der Beantragung ihr zustehender Sozialleistungen der öffentlichen Hand. Seit Kurzem nimmt sie an einem Medikamentenprogramm teil.
Esther Solomon – Israel
Esther Solomon wurde im März 1935 in Rumänien als jüngstes von zehn Kindern geboren. Als der Faschismus die Oberhand gewann, brachte ihr Bruder sie in das jüdische Waisenhaus von Budapest. Ihre Kindheitserinnerungen sind verbunden mit dem Leben im Versteck Versteck in einem Lagerraum, bei Kälte und Hunger während der Bombardements von Budapest, mit dem Entkommen bei den Massenerschießungen am Ufer der Donau und mit den Menschen, die ihr halfen zu überleben.
Im Alter von 13 Jahren gelang Esther zusammen mit anderen Kindern aus dem Waisenhaus die Einreise in Israel, zwei Wochen vor dem Beginn des israelischen Unabhängigkeitskrieges. Sie lebte im Kibbutz Ramat Hashofet und ging zur israelischen Armee. Später heiratete sie Simon, ebenfalls ein Holocaust-Überlebender, der während des Krieges Zwangsarbeit in Bacau leisten musste.
Nach mehr als 50 Jahren gelang es Ester mit Hilfe von Yad Vashem drei ihrer Brüder, die den Holocaust überlebt hatten, wieder zu finden. Soweit sie weiß, wurde ihre übrige Familie in Auschwitz ermordet.
Sie hat eine Leistung aus dem Sklaven- und Zwangsarbeiterprogramm der Claims Conference erhalten sowie eine weitere Zahlung als Erbin nach ihrem Mann.
Julius Kaufman – USA
Julius Kaufman war 19 Jahre alt, als die Deutschen 1939 Lodz einnahmen. Ein bescheidener junger Mann mit bescheidenen Ambitionen, der nicht seinen Freunden in Richtung Russland folgen und seine Eltern und Verwandten ohne Unterstützung zurücklassen wollte. Trotzdem litten sie alle Hunger. Julius schrieb: „Was uns die Deutschen ließen, war zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.“
Er lebte beinahe fünf Jahre lang im Ghetto, immer mit dem Hunger kämpfend, bevor er am 18. August 1944 nach Auschwitz deportiert wurde. Während dieser Zeit wurde er von einem Arbeitslager ins andere geschickt. Als er im Juli 1945 in ein schwedisches Krankenhaus kam, wog er noch 45 Kilo.
Er lebte und arbeitete neun Jahre lang in Schweden, verlor in dieser Zeit seine Frau im Kindbett. Er ging danach mit seinen beiden kleinen Töchtern in die USA, wo er wieder heiratete. Heute ist er 89 Jahre alt, leidet an Alzheimer im Frühstadium und verlässt sich auf die Pflegekraft, die für ihn die Einkäufe erledigt und seine Medikamente dosiert. Sie wird aus Mitteln der Claims Conference bezahlt.










