In beinah sechzig Jahren ihres Bestehens war es stets das Ziel der Claims Conference ein Mindestmaß an Gerechtigkeit für die jüdischen NS-Verfolgten zu erreichen.
Dieses Ziel verfolgen wir seit 1951: durch Verhandlungen, Verteilung von Mitteln an Einzelpersonen und Organisationen und unseren Einsatz für die Restitution jüdischen Eigentums, das während der Schoah geraubt wurde.
Im Lauf der bald sechzig Jahre ihrer Tätigkeit hat die Claims Conference:
- Entschädigungsleistungen für Schäden, die jüdischen Menschen während der NS-Verfolgung zugefügt wurden, verhandelt,
- Verhandlungen über Restitution und Entschädigung von jüdischem Grundbesitz und anderen Vermögenswerten geführt, die von den Nationalsozialisten konfisziert oder zerstört wurden,
- Mittel für die Unterstützung, Eingliederung und Ansiedlung von jüdischen Opfern der NS-Verfolgung verteilt und beim Wiederaufbau jüdischer Gemeinden und Einrichtungen, die von den Nazis zerstört wurden, geholfen,
- Programme für die individuelle Entschädigung von Überlebenden der Schoah durchgeführt,
- nicht beanspruchte jüdische Vermögenswerte in Ostdeutschland rück übertragen bekommen und mit den Erlösen aus Verkäufen Institutionen gefördert, die Sozialdienste für ältere, notleidende NS-Opfer durchführen und solche, die sich der Erforschung des Holocaust, der Vermittlung seiner Lehren und seiner Dokumentation widmen.
Als Ergebnis der Verhandlungen mit der Claims Conference hat die Deutsche Regierung seit 1952 mehr als 60 Milliarden Dollar an Entschädigungszahlungen für das Leiden und die Verluste durch die NS-Verfolgung zur Verfügung gestellt. Verhandlungen der Claims Conference haben auch zur Einrichtung von Stiftungen der deutschen und österreichischen Industrie sowie der Regierungen beider Länder geführt.
Unsere Arbeit ist noch nicht beendet. Wir verhandeln weiter mit Vertretern Deutschlands und Österreichs sowie mit Vertretern von Industrie und Banken. Die Claims Conference führt auch weiterhin Entschädigungsprogramme durch und verteilt Leistungen.
Die Claims Conference nimmt sich auch der Nöte der immer älter werdenden jüdischen NS-Opfer an, indem sie Fördermittel an Organisationen verteilt, die vorrangig durch den Verkauf von nicht beanspruchten jüdischen Vermögenswerten in der ehemaligen DDR finanziert werden. Seit Jahrzehnten bemühen wir uns, den Überlebenden der Shoah überall auf der Welt mit den Mitteln der Claims Conference zu helfen. In den beiden Jahrzehnten nach dem Krieg dienten die Zuwendungen der Claims Conference in erster Linie dazu, die Bedürfnisse des täglichen Lebens und die Eingliederung der Überlebenden zu organisieren und die Infrastruktur der jüdischen Gemeinden neu aufzubauen. Hunderte Millionen Dollar sind zur Verbesserung der Lebensumstände von Naziopfern in 40 Ländern ausgezahlt worden.
Heute setzt die Claims Conference auch Gelder der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und nach dem „Schweizer Bankenvergleich“ ein.
Die Claims Conference ist sich schmerzlich bewusst, dass die Zerstörung jüdischen Lebens während der Shoah nicht ungeschehen gemacht werden kann. Wir werden jedoch auch weiterhin die für die Überlebenden und die jüdische Gemeinschaft weltweit wichtigen Fragen nicht aus den Augen verlieren.

